Die Kundalini befindet sich im Os sacrum (Kreuzbein) am unteren Ende unserer Wirbelsäule. Diese außergewöhnliche Energie steigt entlang der Wirbelsäule auf. Einmal erweckt, durchquert sie alle Chakren des subtilen Systems und öffnet das letzte Zentrum, das Sahasrara Chakra, auf unserem Scheitel. So erhalten wir Yoga, oder die Vereinigung mit dem Geist, der in uns ist.
So wie der Geist in uns die Reflexion von Gott dem Allmächtigen ist, so verkörpert die Kundalini in uns seine Kraft und seinen Wunsch. Sie ist die Urmutter, die Adi Shakti in der indischen Tradition oder der Heilige Geist in der christlichen Welt. Wenn die Kundalini die Fontanelle (lat.: kleiner Springbrunnen) auf unserem Scheitel durchfließt, erhalten wir die Selbstverwirklichung, die zweite Geburt oder Taufe. In diesem Moment können wir deutlich eine kühle Brise in den Handinnenflächen und über dem Kopf spüren. Es ist der Hauch des Heiligen Geistes, den die Jünger Christi an Pfingsten gespürt haben.
Vor der Erfahrung der Selbstverwirklichung ist der Zustand der Kundalini virtuell. Einmal erweckt, ermöglicht sie dem Göttlichen Hauch Realität zu werden und etabliert somit in uns die Selbstverwirklichung.
Die Griechen kannten diese Energie unter dem Namen „Pneuma“, der Islam spricht von „Ruh“, die Christen nannten sie „Hauch des Geistes“. In der jüdischen Mystik spricht man von „Shekkina“, und lange zuvor verehrten die Sumerer „Inanna“, die Gottesmutter, die geistige Geburt und den heiligen Hauch gibt. Schon vor einigen Jahrtausenden sprach man in Indien von „Chaitanya“ und vom Selbst, das Sahaja Yoga mit „göttlichen Vibrationen“ übersetzt. Das Wissen um die Existenz dieser Vibrationen ist nicht neu, aber es ging im Verlauf der Jahrhunderte vergessen oder wurde falsch interpretiert.
und OM