In der Stille liegt die Kraft

By yogaleben

aus: Mahatma Gandhi, Leben und Werk des großen Freiheitskämpfers (von Pandit Shri S. Nehru)

 

Kurzfassung – für jene, die es eilig haben:

Die Frage, inwieweit das Schweigen ihm seelische Kraft gegeben habe, beantwortet Mahatma Gandhi folgendermaßen:

„Das Schweigen bedeutet mir viel. Ich übe es fast täglich. Am liebsten wäre es mir, es in jeder Woche mehrtägig halten zu können. Im Jeravda-Gefängnis habe ich es fünfzehn Tage lang geübt und mich dabei wie im siebenten Himmel (Anmerkung: entspricht dem Sahasrara!) gefühlt. — Die Schweigezeit darf nicht einmal durch die schriftliche Unterhaltung unterbrochen werden. Das Schreiben stört, wenn man der Harmonie der Sphären lauschen will.“

(Harijan, 29.12.1936)

„Bevor die moderne Kultur zu uns kam, waren uns sechs bis acht Stunden am Tag zum Schweigen vergönnt. Aber diese Kultur hat die Nacht zum Tag umgewandelt, und das goldene Schweigen hat üblem Lärm und Geräuschen jeder Art weichen müssen. Welche Wohltat wäre es für uns, wenn wir in unserem geschäftigen Leben nur ein paar Stunden täglich bei uns Einkehr halten und der Stimme des großen Schweigens lauschen könnten! Der göttliche Rundfunk ist fortwährend in Betrieb; wenn wir es doch nur fertig brächten, ihn voller Hingabe anzuhören, was aber ohne das Schweigen unmöglich ist!“

 

 

Langfassung – für jene, die nicht genug von der Stille kriegen können:

Ein letztes Kampfmittel, das Mahatma Gandhi oft in allen Lebenslagen, besonders aber im politischen Kampf, zur Anwendung gebracht hat und das er seinen Anhängern angelegentlich empfiehlt, ist das Schweigen. Er selbst hatte den Montag (Anmerkung: entspricht dem Sahasrara!) für sich zu einem Tag des Schweigens gemacht und hielt folgerichtig und rücksichtslos daran wie an einem Gelübde fest. Dazu ein paar bezeichnende Stellen aus seinen Schriften:

„Mir ist oft zum Bewusstsein gekommen, dass der Wahrheitssucher schweigen lernen muss. Vom Schweigen geht eine wunderbare Wirkung auf den ganzen Menschen aus. Einmal habe ich in Südafrika ein Trappistenkloster besucht, dessen Insassen zumeist das Schweigegelübde abgelegt haben. Auf meine Frage nach dem Beweggrunde erklärte mir der Abt: „Wir sind schwache Menschen. Oft verstehen wir selbst nicht recht, was wir sagen. Und die leise innere Stimme, die fortwährend uns anredet und der wir lauschen möchten, können wir nur wahrnehmen, wenn wir uns ganz an das Schweigen gewöhnt haben. Ich verstand die köstliche Lehre und habe das Geheimnis des Schweigens erkannt.“"

(Harijan, 17.10.1925)

„Das  Schweigen hat noch einen anderen Vorteil, den ich gerade im Verlauf dieser letzten Wochen genau kennengelernt habe. Wie die meisten Menschen neige auch ich leicht zum Zorn, jetzt aber habe ich entdeckt, dass das Schweigen mir mehr als alles andere dabei behilflich sein kann, ihn zu unterdrücken. Denn wie will man ihm Ausdruck verleihen, wenn man schweigt? Vielleicht durch die Augen, aber  sicher nicht durch eine Gewalttat, wenn man sich in der Disziplin der Gewaltlosigkeit geübt hat. Und auch schriftlich nicht, da der Zorn mitten im Schreiben verschwinden würde. So hat auch hier das Sprichwort recht: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“"

(Harijan, 17.4.1935)

Die Frage, inwieweit das Schweigen ihm seelische Kraft gegeben habe, beantwortet Mahatma Gandhi folgendermaßen:

„Das Schweigen bedeutet mir viel. Ich übe es fast täglich. Am liebsten wäre es mir, es in jeder Woche mehrtägig halten zu können. Im Jeravda-Gefängnis habe ich es fünfzehn Tage lang geübt und mich dabei wie im siebenten Himmel (Anmerkung: entspricht dem Sahasrara!) gefühlt. — Die Schweigezeit darf nicht einmal durch die schriftliche Unterhaltung unterbrochen werden. Das Schreiben stört, wenn man der Harmonie der Sphären lauschen will.“

(Harijan, 29.12.1936)

„Bevor die moderne Kultur zu uns kam, waren uns sechs bis acht Stunden am Tag zum Schweigen vergönnt. Aber diese Kultur hat die Nacht zum Tag umgewandelt, und das goldene Schweigen hat üblem Lärm und Geräuschen jeder Art weichen müssen. Welche Wohltat wäre es für uns, wenn wir in unserem geschäftigen Leben nur ein paar Stunden täglich bei uns Einkehr halten und der Stimme des großen Schweigens lauschen könnten! Der göttliche Rundfunk ist fortwährend in Betrieb; wenn wir es doch nur fertig brächten, ihn voller Hingabe anzuhören, was aber ohne das Schweigen unmöglich ist!“

 

und OM

 

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